Wirkungsberichte

Unser Besuch in Arroyo Frio, Dominikanische Republik Januar 2018

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Im Gebiet Moca im Norden der Dominikanischen Republik liegt das kleine Bergdörfchen Arroyo Frio nahe Jamao Al Norte. Nur eine knappe Stunde vom Flughafen Puerto Plata und etwa vierzig Minuten landeinwärts vom Surferhotspot Cabarete haben wir Menschen besucht, die generationenlang vom Kaffeeanbau lebten.
Wir treffen gegen Mittag am zentralen Treffpunkt des Ortes, einem kleinen Lädchen ein. Dort kommen die Menschen zusammen, es gibt Lebensmittel, Getränke und auf einem Feuerofen wird heute eine Hühnersuppe von mehreren fleißigen Köchinnen zu bereitet. Jung und alt begrüßen uns herzlich und offen, bieten uns einen Kaffee und einen Plausch an. Es ist herzerwärmend wie freundlich wir in strömendem Karibikregen empfangen werden und uns gleich nicht mehr fremd, sondern sehr willkommen fühlen.
Es ist Feiertag. Kinder, Erwachsene, Hühner, Kätzchen, Hunde alle laufen durcheinander im Dorf herum und scheinbar kein Weg geht an diesem kleinen Laden vorbei. Männer spielen ein Brettspiel, die Frauen stehen fröhlich durcheinander redend zusammen, die Kinder drängen sich, neugierig auf unsere kleinen Mitbringsel, um uns herum.
Wir sind verabredet mit Edwin, dem Leiter der Dorfschule. Er zeigt uns die Schule, die am höchsten Punkt des Ortes liegt und einen atemberaubenden Blick bietet auf die gegenüberliegende Kaffeeplantage Finca Fuente Vieja (www.fincafuentevieja.com), unseren Kooperationspartner.
Es werden 52 Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren in fünf Klassen unterrichtet. 20 Mädchen, 32 Jungen und fünf Lehrkräfte verbringen hier ihren Schulalltag. Die Räume sind sehr einfach aber liebevoll und für verschiedene Altersstufen eingerichtet.
Edwin ist zu recht stolz auf seine Schule. Er betont, dass das ganze Dorf die Kinder als ihre Zukunft ansieht und dass es ihnen allen das Wichtigste ist, den Kinder Bildung zu geben. Wir sind sehr beeindruckt und bringen zum Ausdruck, wie toll wir die Arbeit und die Haltung der Menschen hier finden. Ich frage ihn, was er sich von Aktion Kinderpläne wünscht, wie wir ihnen langfristig eine freundliche, partnerschaftliche Unterstützung sein können. Uns ist wichtig, deutlich zu machen, dass wir uns nicht als die Retter aus dem reichen Deutschland aufspielen, sondern, dass wir eine Beziehung aufbauen möchten. Ich erkläre, dass wir uns in den Kaffee anbauenden Ländern engagieren, um mit unserer Vereinsarbeit etwas zurückzugeben und insbesondere die Kinder fördern möchten.
Edwin versteht und zeigt seine Anerkennung für unsere Absichten, er bedankt sich herzlich für unser echtes Interesse an den Kindern hier.
Es gäbe viele Dinge, die die Schule dringend benötige, sagt er schließlich. Ein wenig zurückhaltend, bittet er uns, ihn hinter die Schule zu begleiten. Dort sehen wir das dringendste Anliegen sofort mit eigenen Augen. Drei halbfertige Mauern, die wohl schon einige Jahre zurück erbaut wurden, warten darauf eine Art Mensa für die Kinder zu werden.
Edwin erzählt uns, dass geplant war eine Zubereitungsküche einzurichten. Ein staatlich gefördertes Mittagessen wird geliefert, aber es fehlt bisher an Möglichkeiten des Warmhaltens, der Essensausgabe und einen ordentlichen Platz zum Verzehren gibt es auch nicht. Leider sei das Geld ausgegangen und bisher würden die Mittel einfach nicht ausreichen, um das Vorhaben realisieren zu können. Das Problem sei vor allem das Material, denn die Dorfgemeinschaft und die Elternschaft würden die Bauarbeiten gerne übernehmen.
Hilfe zur Selbsthilfe - das klingt hervorragend für eine Initiative, die Aktion Kinderpläne fördern könnte. Wir signalisieren unsere Bereitschaft sehr gerne das geplante Projekt zu finanzieren, sofern wir einen ordnungsgemäßen Kostenvoranschlag getrennt nach Material und Facharbeitskosten bekommen können.
Wir überreichen unsere mitgebrachten Geschenke für die Kinder (Buntstifte, Kreide, Farbmalkästen, Turnbeutel, ein paar Süßigkeiten und Zahnbürsten gleich dazu) und machen uns wieder auf zum Dorftreffpunkt. Unterwegs kehren wir bei mehreren Familien ein und sprechen mit Eltern und Kindern, wir drucken den Kinder Sofortbilder aus und haben einen sehr fröhlichen Nachmittag.
Edwin verspricht in Kürze alle Unterlagen zusammenzutragen und wir verabschieden uns mit einem wirklich guten Gefühl. Die Kinder nehmen uns das Versprechen ab bald wiederzukommen und das geben wir gerne.
Wenige Tage nach unserer Heimkehr bekommen wir sämtliche Baukosten wie besprochen zugestellt. Wir sind absolut verblüfft, dass für rund 2500 Euro der Ausbau der Küche realisiert werden könnte. Wir können es kaum fassen: Diese Summe können wir aus den Spenden der Benefizgala vom letzten November im Restaurant der Grund finanzieren.
Vor Ort konnten wir sehr nette, freundschaftliche Kontakte knüpfen und für die Idee von Aktion Kinderpläne engagierte Unterstützung gewinnen. Die benötigten Gelder werden den Bauphasen entsprechend angewiesen. Die realisierten Bauabschnitte werden vertrauensvoll für uns dokumentiert werden, so dass es uns möglich sein wird auch in unserer Abwesenheit Anteil an den Fortschritten nehmen zu können.
Alle Projektpaten (http://www.aktion-kinderplaene.de/content/2-projekte/4-dominikanische-republik/anmeldung-patenschaft.pdf) sind herzlich willkommen die Dorfschule zu besuchen. Unser Kooperationspartner lädt die Paten außerdem zu einer kostenlosen Besichtigung der wunderschönen Kaffeeplantage ein. Patenschaften können jederzeit abgeschlossen werden. Ohne Laufzeit- oder Mindestsummenzwang.
Am Ende unseres Reiseberichtes möchten wir uns nochmals herzlichst bedanken: bei allen Gala-Gästen, beim gesamten Grund Team insbesondere bei Cathrin Zache, bei Rigano caffe, bei Beans&Burnes sowie bei der K&K GmbH und der NKS GmbH für die großzügige Unterstützung.
Wir sind sehr glücklich, dass wir ein sinnvolles, gemeinnütziges Projekt finanzieren können und sind sicher, dass es noch viele weitere Möglichkeiten gibt, die Kinder in Arroyo Frio langfristig zu unterstützen. Ideen für berufsvorbereitende Maßnahmen, Qualifikationsseminare, Freiwilligenprogramme und vieles mehr gibt es bereits.

Für den Vorstand Aktion Kinderpläne e.V.
Stephanie Rigano